IT trifft HR im Interview: Wie du im Gespräch wie eine gute Entscheidung wirkst

Über die eigene Erfahrung überzeugend zu sprechen und die richtigen Aspekte hervorzuheben, ist oft der schwierigste Teil des Prozesses. In diesem Artikel erfährst du, wie du eine Selbstpräsentation vorbereitest, die im Gespräch überzeugt.

Stehst du gera­de vor einem Gespräch für eine Fest­an­stel­lung oder ein Free­lan­cer-Pro­jekt?

Sich selbst zu prä­sen­tie­ren, ist für vie­le Tech-Pro­fis ohne­hin nicht leicht.

Beson­ders dann, wenn zusätz­lich Druck ent­steht: durch eine lan­ge Job­su­che, finan­zi­el­le Unsi­cher­heit oder das Gefühl, die­ses Gespräch unbe­dingt erfolg­reich füh­ren zu müs­sen. In sol­chen Situa­tio­nen fällt es oft schwer, authen­tisch, sou­ve­rän und über­zeu­gend auf­zu­tre­ten.

Die­ser Text soll dir hel­fen, dei­ne Selbst­prä­sen­ta­ti­on struk­tu­rier­ter, authen­ti­scher und stra­te­gi­scher auf­zu­bau­en.

In die­sem Arti­kel erfährst du:

  • was die ande­re Sei­te eigent­lich über dich wis­sen möch­te
  • wie du dei­ne Selbst­prä­sen­ta­ti­on struk­tu­rie­ren kannst, damit sie inter­es­sant und vor allem stim­mig wirkt
  • wie du gezielt auf die Erwar­tun­gen des Arbeit­ge­bers ein­gehst
  • wel­che Metho­den dich bei der Vor­be­rei­tung unter­stüt­zen kön­nen

Natür­lich bleibt die wich­tigs­te Fra­ge trotz­dem immer:

Möch­te ich hier, bei dem Pro­jek­ten mit die­sen Men­schen über­haupt arbei­ten?

Aber wenn du grund­sätz­lich das Gefühl hast, dass eine Rol­le, Pro­jekt oder ein Unter­neh­men zu dir pas­sen könn­te, hilft dir genau die­se Per­spek­ti­ve dabei, Gesprä­che stra­te­gi­scher und gleich­zei­tig authen­ti­scher zu füh­ren.


01 Was möchte die andere Seite eigentlich über dich wissen?

Das ers­te Inter­view ist kei­ne tech­ni­sche Prü­fung. Eher: unter­schied­li­che Gesprächs­part­ner bewer­ten unter­schied­li­che Risi­ken und Erwar­tun­gen (mehr dazu schrei­be ich hier: LINK)

Die Arbeit­ge­ber suchen Ant­wor­ten auf drei Fra­gen:

  • Kannst du dei­nen Job machen?

Job­see­ker = Hast du die pas­sen­den Kom­pe­ten­zen und das Poten­zi­al für die Rol­le?

Free­lan­cer = Hast du bereits ähn­li­che Pro­ble­me gelöst? Ist dei­ne Pro­jekt­er­fah­rung tief oder rele­vant genug für unser kon­kre­tes Pro­jekt?

  • Wirst du ihn auch wirk­lich machen wol­len?

Job­see­ker = Was moti­viert dich – sowohl fach­lich als auch in Bezug auf genau die­se Stel­le?

Free­lan­cer = Arbei­test du zuver­läs­sig, eigen­stän­dig und pro­fes­sio­nell? Kön­nen wir uns dar­auf ver­las­sen, dass du Ergeb­nis­se lie­ferst?

  • Passt du zu uns?

Job­see­ker = Pas­sen dein Arbeits­stil, dei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on und dei­ne Per­sön­lich­keit zum Team?

Free­lan­cer = Bist du eine Ent­las­tung für das Team oder erzeugst du zusätz­li­chen Abstim­mungs­auf­wand und Rei­bung?

Zusam­men­fas­send:

  • Job­see­ker = Poten­zi­al und lang­fris­ti­ge Zusam­men­ar­beit
  • Free­lan­cer = Risi­ko, Geschwin­dig­keit, Selbst­stän­dig­keit, Pro­jekt­er­geb­nis

02 Wie du deine Selbstpräsentation klarer und natürlicher strukturierst

Para­do­xer­wei­se: je stär­ker du ver­suchst, per­fekt zu wir­ken, des­to weni­ger natür­lich wirkst du oft.

Viel wir­kungs­vol­ler ist es, dich dar­auf zu kon­zen­trie­ren, wie du der ande­ren Sei­te wirk­lich hel­fen kannst und war­um genau dei­ne Erfah­rung hier rele­vant ist.

Bevor du dei­ne Selbst­prä­sen­ta­ti­on vor­be­rei­test:

  • Ana­ly­sie­re die JTBD (mehr dazu hier: Per­spek­tiv­wech­sel im Inter­view) aus der Per­spek­ti­ve ver­schie­de­ner Ent­schei­der – z. B. Recrui­ter, HR, Tech Lead oder Pro­duct Mana­ger.
  • Geh die Stel­len­an­zei­ge Punkt für Punkt durch und notie­re dir kon­kre­te Bele­ge dafür, war­um du die Anfor­de­run­gen erfül­len kannst.

Die­se Ana­ly­se hilft dir zu ver­ste­hen:

  • wor­über du spre­chen soll­test,
  • was du beson­ders her­vor­he­ben soll­test,
  • und wie du dei­ne Ant­wort an unter­schied­li­che Gesprächs­part­ner anpas­sen kannst.

Gib dei­ner Selbst­prä­sen­ta­ti­on eine kla­re Struk­tur:

  1. Kom­pe­ten­zen
  2. Moti­va­ti­on
  3. Arbeits­stil /​ Per­sön­lich­keit

03 Elemente der Selbstpräsentation

1. Kompetenzen

Was möch­te der Arbeit­ge­ber wis­sen?

Wie gut passt dei­ne bis­he­ri­ge Erfah­rung zu den Anfor­de­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen der Posi­ti­on?

Wor­über sprichst du?

Nen­ne dei­ne drei stärks­ten Kom­pe­ten­zen oder Skills, pas­send zu den Anfor­de­run­gen der Posi­ti­on und basie­rend auf dei­ner JTBD-Ana­ly­se, also abhän­gig auch davon, mit wem du sprichst.

Wie?

Unter­maue­re dei­ne Aus­sa­gen mit kon­kre­ten Bei­spie­len:

  • In wel­chem Kon­text hast du gear­bei­tet?
  • Wie tief ging dei­ne Erfah­rung in die­sem Bereich?
  • Wel­che Her­aus­for­de­run­gen gab es?
  • Und wel­che Ergeb­nis­se konn­test du erzie­len?

Geh nicht zu sehr ins Detail.

Das Ziel ist nicht, dein kom­plet­tes Pro­jekt zu erklä­ren, son­dern Rele­vanz zu zei­gen.

Hilf­rei­che Metho­den: Ele­va­tor Pitch, STAR, JTBD

Job­see­ker: Kon­zen­trie­re dich voll­stän­dig auf die kon­kre­te Situa­ti­on und die Bedürf­nis­se die­ses Unter­neh­mens. Suche gezielt nach Über­schnei­dun­gen mit dei­nem bis­he­ri­gen Wer­de­gang, auch wenn du nicht alle Anfor­de­run­gen erfüllst.

Free­lan­cer: Kon­zen­trie­re dich auf die Pro­ble­me, die du für Kun­den löst, nicht auf Tätig­kei­ten oder Tools. Vie­le Free­lan­cer wir­ken im Gespräch unbe­wusst wie Bewer­ber für eine Fest­an­stel­lung – statt wie exter­ne Spe­zia­lis­ten, die kon­kre­te Ergeb­nis­se lie­fern.

2. Motivation

Was möch­te der Arbeit­ge­ber wis­sen?

War­um sitzt du in die­sem Gespräch? (abge­se­hen von der finan­zi­el­len Moti­va­ti­on, die für jeden selbst­ver­ständ­lich ist)

Wor­über sprichst du?

Moti­va­ti­on kann ver­schie­de­ne Berei­che betref­fen:

  • In wel­che Rich­tung möch­test du dich ent­wi­ckeln?
  • Wel­che Art von Ver­ant­wor­tung moti­viert dich?
  • Wel­che Arbeits­um­ge­bung passt zu dir?
  • Wel­che Pro­jek­te oder The­men inter­es­sie­ren dich beson­ders?

Wie?

Job­see­ker: Zeig kurz dei­ne Sto­ry, also wie sich dein Weg ent­wi­ckelt hat.

Free­lan­cer: Zeig, war­um genau die­se Art von Pro­jek­ten zu dei­ner Spe­zia­li­sie­rung passt.

Den Kun­den inter­es­siert vor allem, wie du glei­che Pro­ble­me bereits gelöst hast (Kom­pe­ten­zen) und wie du die­se Erfah­rung auf sein Pro­jekt über­tra­gen wür­dest.

3. Arbeitsstil /​ Persönlichkeit

Was möch­te der Arbeit­ge­ber wis­sen?

Wie arbei­test du im All­tag, in wel­chem Umfeld und bei wel­cher Art von Auf­ga­ben bist du am effek­tivs­ten und passt dein Arbeits­stil zum Team und zur aktu­el­len Situa­ti­on des Unter­neh­mens?

Wor­über sprichst du?

  • In wel­chen Pro­jek­ten arbei­test du am liebs­ten?
  • Wel­che Art der Zusam­men­ar­beit bevor­zugst du?
  • Wie kom­mu­ni­zierst du im Team?
  • Unter wel­chen Bedin­gun­gen lie­ferst du dei­ne bes­ten Ergeb­nis­se?
  • Wel­che Auf­ga­ben dir beson­ders Ener­gie geben?

Wie?

Beschrei­be dich nicht mit all­ge­mei­nen Aus­sa­gen wie „Ich bin kom­mu­ni­ka­tiv“ oder „Ich arbei­te gut unter Druck“.

Zei­ge statt­des­sen kon­kre­te Situa­tio­nen aus Pro­jek­ten:

  • wie du Arbeit orga­ni­siert hast,
  • wel­ches Umfeld dir gehol­fen hat, effek­tiv zu arbei­ten,
  • oder wie du auch in schwie­ri­gen Situa­tio­nen Ruhe und Struk­tur bewah­ren konn­test.

Job­see­ker: Beto­ne die Auf­ga­ben­be­rei­che, in denen du im Kon­text der Posi­ti­on beson­ders effek­tiv bist.

Free­lan­cer: Beto­ne, dass du bereits mit unter­schied­li­chen Teams und Pro­zes­sen, in ver­schie­de­nen Kon­stel­la­tio­nen und unter unter­schied­li­chen Bedin­gun­gen gear­bei­tet hast.


Eine gute Selbst­prä­sen­ta­ti­on bedeu­tet nicht, dein CV her­un­ter­zurat­tern oder einen extro­ver­tier­ten Ver­käu­fer zu spie­len.

Es geht dar­um, dass die ande­re Sei­te schnell ver­steht:

  • wor­in du wirk­lich gut bist
  • wie du arbei­test
  • und war­um es sinn­voll ist, gemein­sam mit dir Pro­ble­me zu lösen

Prak­ti­scher Tipp:

Wenn du dei­ne Prä­sen­ta­ti­on vor­be­rei­tet hast, zeich­ne sie ein­mal auf. So bekommst du ein bes­se­res Gefühl dafür, wie natür­lich und klar du wirkst und kannst über­prü­fen, ob dei­ne Selbst­prä­sen­ta­ti­on nicht län­ger als zwei Minu­ten dau­ert.


Möch­test du die­sen Ansatz gemein­sam mit mir auf dei­ne eige­ne Situa­ti­on über­tra­gen?

Genau mit die­sen The­men arbei­te ich auch mit mei­nen Kun­den im 1:1‑Programm: Posi­tio­nie­rung, Selbst­prä­sen­ta­ti­on, Inter­viewstra­te­gie und ein kla­re­res Ver­ständ­nis dafür, wie Hiring-Ent­schei­dun­gen wirk­lich funk­tio­nie­ren.

Mehr dazu fin­dest du hier: Pro­gramm 1:1

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